Die Lexikonwissen-Disco des Günther Jauch: WER WIRD MILLIONÄR?

Von Günter Verdin

Wenn das Leben selbst nicht so viele Fragen an uns stellte: was täten wir bloß ohne „Wer wird Millionär“? Seit Montag tuscht und jingelt es wieder . Die Scheinwerfer kreisen hektisch und machen aus einem simpel gestrickten Frage-und Antwort-Spiel eine Lexikonwissen-Disco, in der Günther Jauch einen Gag nach dem anderen auflegt. Obwohl sich immer mehr Studenten bei Jauch das Taschengeld aufbessern, hat das Quiz weniger mit Intelligenz, die ja das Erkennen von Zusammenhängen
ermöglicht, und sehr viel mehr mit viel Glück und durchschnittlicher Bildung zu tun. In der Gruppe bis 500 Euro geht es um Scherzfragen wie: In welchem Wort ist ein winterliches Naturereignis enthalten? Die Antwort: SchLAWINEr. Günther Jauchs joviale Souveränität und seine schauspielerisch plakativ gestalteten Verzweiflungskrämpfe ob der Ahnungslosigkeit mancher Kandidaten tragen die Show auch gerne mal über die doppelte Länge wie am Montag zum Auftakt der 20. Staffel.
Neben manchen Fragen, wie die nach der Stadt, die eine Enklave in Brandenburg bildet (Berlin), sind zunehmend die kleinen Hintergrundgeschichten und Biografien der Kandidaten interessant geworden. Ist doch auch nett zu hören, wenn der Student der Betriebswirtschaftslehre bei einem Gewinnstand von 16.000 Euro bekannt gibt, dass er seiner Freundin warme Socken kaufen will. Zwar werden bei so viel wirtschaftlichem Denken auch noch andere Frauen bei dem Kerl kalte Füße kriegen, sie können aber sicher sein, dass er die 64.000 Euro, die er schließlich gewann, niemals verzocken würde.
Erheiternd war auch Jauchs Expertengespräch mit einer aus Guinea stammenden Lehramtsstudentin über Monopoly: Jauch würde immer gerne die Schlossallee kaufen, die Studentin nimmt lieber die wesentlich weniger einträglichen vier Bahnhöfe. Wie wir ahnen, ist dementsprechend auch in der Realität das Vermögen beider höchst unterschiedlich. Die junge Dame hatte zwar keinen blassen Schimmer von Theodor Fontane oder Helmut Schmidt, schaffte es mit viel Glück aber über die sichere 16.000-Euro-Hürde.Am Freitag sehen wir sie wieder.
Und am 17. September kehrt dann ja auch die ORF-„Millionenshow“ mit
Armin Assinger auf den Bildschirm zurück . Noch Fragen?

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