Der #Zauber ging flöten: #Disney_World auf der #Bregenzer_Seebühne

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#Niki_de_Saint_Phalle #Skulptur, 2008, Nizza

Und zum Vergleich das Bühnenbild von Johan Engels für die Aufführung von #Mozarts Oper „#Die_Zauberflöte“

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Von Günter Verdin

Fleissig veröffentlichen heute, Donnerstag, die Netz-Portale von „Zeit“ bis „Focus“ und auch die meisten Tageszeitungen die jubilierende Vorweg-Einheitsmeldung der dpa, in der es gleich zu Beginn heisst:

„Bregenz (dpa) – Mit einem Feuerwerk aus Farbe und Licht hat am Mittwochabend die Premiere der Oper „Die Zauberflöte“ bei den Bregenzer Festspielen begonnen.

Der Regisseur David Pountney und der Bühnenbildner Johan Engels versetzten das Werk von Wolfgang Amadeus Mozart auf der Seebühne in eine überdimensionale Märchenwelt, die sich bunt und farbintensiv im dunklen Wasser des Bodensees widerspiegelte. Den räumlichen Mittelpunkt der Geschichte um den Prinzen Tamino, der die entführte Pamina retten soll, bildet eine meterhohe Kuppel, die an einen Schildkrötenpanzer erinnert. Bewacht wird sie von drei leuchtend grün und rot bemalten Drachenhunden.“

Das ist – bevor die Verrisse der Kritiker erscheinen werden- gut für den Kartenverkauf. Weil diese Meldung nichts über die Qualität der Aufführung aussagt.
Anders als bei der auch optisch genialen Realisierung von “ André Chenier“ und auch von „La Bohème“ in den Vorjahren, werden heuer nämlich sowohl Musik wie auch die humane Botschaft von Mozarts „Die Zauberflöte“ von der Gigantomanie des Produzententeams um Regisseur David Pountney erschlagen. Die drei Damen wie auch die drei Knaben sind mit riesigen Puppen-Wasserköpfen ausgestattet , doch die Mischung aus menschlichen und Fabelwesen ( für die Welt der Königin der Nacht) funktioniert nicht und verwirrt nur. Gegenüber all dem Brimborium aus Disney-World ( die grotesken Drachen-Hunde sind deutlich von den Skulpturen der Niki de Saint Phalle beeinflusst, ohne deren Esprit zu erreichen)
stinkt der eigentliche Sinngeber der Oper, Sarastro, als Mini-Menschlein ab.
Die Dimensionen von „Europas größter Seebühne“ haben trotz ansprechender, durch gute Übertragungstechnik unterstützte, musikalischer Umsetzung, ihr nächstes Opfer gefordert: Mozarts „Die Zauberflöte“ funktioniert hier nicht…

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