DER #SHITSTORM GEGEN DIE „#Pro7_MILLIONÄRSWAHL“

So ein Millionär hat‘ s schwer! Kaum durfte sich Breakdancer Benedikt über seinen Einzug ins Finale der ProSieben/Sät 1-Show „Millionärswahl“ freuen, erhob sich im Web ein Shitstorm , in dem das Demokratieverständnis der Programmmacher arg in Zweifel gezogen wurde. Wer die – übrigens sehr gute, dramaturgisch gut gewichtete Sendung nicht gesehen hat ( siehe auch mein TELEFAX), kann kaum ahnen ,worum es geht.

1. „Millionärswahl“ verzichtet auf eine Jury, dankenswerterweise, möchte man sagen, denn „Juroren“ wie Bruce Darnell oder neuerdings Marianne Rosenberg sind eine Belastung für jede Show; das Team von „Voice of Germany“ sei hier ausdrücklich ausgenommen.

2. Wie also wird der Millionär ermittelt?

BISHER LIEF DAS SO:

Das Voting-Ergebnis setzt sich aus den Stimmen von Publikum, Online-Community und den Kandidaten selbst zusammen. Dass die Kandidaten am Schluss der Abstimmung von mehreren Tausend Fernsehzuschauern das Zünglein an der Waage spielten, führte am Donnerstag zu einer grotesken Situation:

14 von 14 möglichen Punkten gingen jeweils an Kandidat Ralf Zanders, der mit der Gewinnsumme zur Genesung seines behinderten Patenkindes beitragen wollte.
Breakdancer Benedikt – ein Könner, das steht außer Zweifel und sympathisch obendrein – war in der Wählergunst weit abgeschlagen, bis er mit ein paar Trostpunkten aufrückte und sich mit den Stimmen der Oldie-Rocker GIFT sogar vor dem favorisierten Ralf Zanders platzieren konnte.

3.DER MITLEIDSFAKTOR entscheidet heute , nicht die Leistung

Ralf Zanders hat alles richtig gemacht. Ganz unbewusst hat er eine dramatische Show geliefert, die selbst vom Sprung aus 60 Meter Höhe nicht gestoppt werden konnte. Zanders überwand heulend und zähneknirschend seine Höhenangst, und lief – im übrigen gut gesichert- einen 26 Meter hohen Turm hinab. Dass er das alles für die Zukunft seines behinderten Patenkindes tat, sicherte ihm unsere große Zuneigung. Objektiv gesehen, sind aber sowohl Breakdancer Benedikt, der sich in der Jugendarbeit engagiert , oder der junge Österreicher, der den Sprung aus 60 Meter Höhe vom Dach der Arena Auf Schalke wagte , oder auch die drahtigen Muskelprotze „Beast Brothers“ , allein wegen ihrer Leistung, fürs Finale prädestiniert. Die Schicksalskarte auszuspielen gehört mittlerweile zum Showgeschäft, was die Kandidaten bei Bohlen schon früh begriffen haben.

4.Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen?

Pro7 twitterte nach dem Shitstorm Freitag früh:

#Millionärswahl. Wir nehmen eure Kritik am Wahlverfahren an, liebe Follower. Und ändern es heute.

Das letzte Wort wird in den weiteren Folgen der Zuschauer haben.

5.Vielleicht sollte man den Begriff DEMOKRATIE nicht im Zusammenhang einer Spielshow überstrapazieren?

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