#MÜNCHEN KOTZT -Ein #Prosit auf die Gemütlichkeit

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Ein Blog weckt richtig Freude auf das Oktoberfest: münchenkotzt.de

Er zeigt lustige Menschen in Dirndl und Lederhosen in ihren kreatürlichsten Momenten der Entäusserung in jeder Form. Und am Freitag beginnt die Sauferei auf dem Cannstatter Wasen….

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Kein gefesselter #Prometheus:#Winfried_Kretschmann und der Asylkompromiss

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(Gregorio Martínez, 1590)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist kein von der eigenen Grünen-Basis gefesselter Prometheus. Er hat am vergangenen Freitag im Bundesrat nach eigenem Wissen und Gewissen und vor allem mit fundiertem politischen Sachverstand entschieden und dem Asylkompromiss zugestimmt. Wir alle, und natürlich auch Grüne, sind in der Asylfrage nicht von Emotionen frei. Der Anblick von Asylbwerbern in unseren Straßen ist lästig, werden wir doch krass mit dem Elend in aller Welt konfrontiert, während wir uns doch nur mit Window-Shopping und tatsächlichem Einkauf von Luxusgütern ein wenig die Zeit vertreiben wollen.

Es ist vorauszusetzen, dass auch Winfried Kretschmann von solchen Emotionen nicht frei ist. Und dennoch hat er richtig und gegen den massiven Widerstand seiner Partei entschieden, der im Sager des grünen Innenpolitikers Volker Beck gipfelte: „Heute wurde das Menschenrecht auf Asyl für einen Appel und ein Ei verdealt.“

Die Entscheidung von Kretschmann hat deswegen historische Bedeutung, weil ohne seine Zustimmung der Asylkompromiss nicht zustande gekommen wäre.

WAS SIEHT DER ASYLKOMPROMISS VOR?

1.Die Zahl der „sicheren Herkunftsländer“ wurde erweitert

„Sichere Herkunftsländer“ sind laut §29a AsylVfG Staaten, in denen weder politische Verfolgung noch sonstige menschenunwürdige Behandlung stattfindet. In Deutschland galten bisher alle EU-Staaten , außerdem Ghana und der Senegal als
“ sichere Herkunftsländer“. Durch den aktuellen Kompromiss wird die Zahl um drei weitere Länder ergänzt, und zwar

SERBIEN,MAZEDONIEN und BOSNIEN-HERZOGEWINA.

Asylanträge aus “ sicheren Herkunftsländern“ werden meistens abgelehnt.

2.WER IST VOM NEUEN ASYLRECHT BESONDERS BETROFFEN?

Vor allem Roma. Sowohl im Jahr 2013 wie auch im ersten Halbjahr 2014 stammte jeder fünfte in Deutschland gestellte Asylantrag von Menschen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Deren Anträge wurden aber auch schon bisher fast ausnahmslos abgelehnt.

3.DAS POSITIVE AM NEUEN ASYLRECHT

Die sogenannte Residenzpflicht für geduldete Asylbewerber und Ausländer entfällt nach drei Monaten: die betroffenen Menschen können sich ab nun bundesweit bewegen, also etwa Verwandte in anderen Landkreisen besuchen. In Zukunft erhalten die Asylbewerber nicht nur in den Erstaufnahmestellen, sondern überall im Bundesgebiet GELD STATT SACHLEISTUNGEN.

Und: DAS BESCHÄFTIGUNGSVERBOT GILT NUR MEHR DREI STATT NEUN MONATE. Asylbewerber, die arbeiten, entlasten die Kommunen und helfen der Wirtschaft.

Winfried Kretschmann hat sich für ein vernünftiges Asylrecht entschieden. Bleibt zu hoffen, dass Extremfälle von Verfolgung, wie sie etwa Amnesty International auch aus „sicheren Herkunftsländern“ berichtet, nicht von der Bürokratie unter den Teppich gekehrt werden.

In der griechischen Sage wird Prometheus, weil er Zeus die Gefolgschaft verweigert, ins Schattenreich des Hades verbannt. Blitz und Donner der widersprüchlichen Argumente gibt es zur Zeit auch bei den Grünen. Winfried Kretschmann aber wird, bundesweiter Anerkennung und Wertschätzung sicher, in den Olymp der Geschichte aufsteigen.

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Der nackte #Hamlet:#Samuel_Weiss geht mit mir ein #Schnitzel essen

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Von Günter Verdin

Hamlet sitzt im sonnigen Gastgarten des „Schützenwirt“ und speist ein Wiener Schnitzel. Die Frage nach Sein oder Nichtsein scheint sich hier auf der paradiesischen Anhöhe von St. Jakob am Thurn zu erübrigen, obwohl sich Samuel Weiss, der von der Kritik gleichermaßen verrissene wie hochgelobte, vom Publikum gefeierte „Hamlet“-Darsteller in der Inszenierung von Martin Kusej (als Ko-Produktion der Salzburger Festspiele mit dem Schauspiel Stuttgart), selbst als manisch depressiv mit stärker werdenden Schüben bezeichnet. Jedenfalls eine ideale Disposition, um sich der vergrübelten Figur des Dänenprinzen zu nähern.

„Peymann wusste gar nicht, wer ich bin“

Sein Bühnen-Debüt feierte der gebürtige Schweizer und Absolvent des Wiener Reinhardt-Seminars übrigens am Burgtheater: „Ich habe als Eleve bei einer Produktion von Manfred Karge mitgespielt. Peymann hat meinen Vertrag nur unterschrieben, der wusste gar nicht, wer ich bin. Ich habe ihn einmal in der Direktion getroffen. Er hat mich gefragt: Wer sind Sie? Was wollen Sie hier? Und da musste ich ihm sagen, dass er mich engagiert hat.
Mir war klar, dass ich am Burgtheater nicht alt werden würde.“

Danach Tübingen, Landestheater, Start mit Sosias im Kleistschen „Amphytrion“, eigentlich eine Rolle für einen Charakterkomiker: „Ich liebe Sachen, wo ich komisch sein darf. Aber in letzter Zeit kommen immer nur so Hammer-Tragödien auf mich zu.“

Wie zum Beispiel der wahnsinnige Doktor, der die Welt mit obskuren Mitteln heilen möchte, in Sarah Kanes „Gesäubert“ in Stuttgart, unter der Regie von Kusej. Das war sozusagen der Vorläufer zu Hamlet. Irgendwann hat Weiss dann erfahren, dass er Hamlet in Salzburg spielt:

„Ich weiß nicht mehr, wann. Aber so rechtzeitig, dass ich noch Text lernen konnte. Es muss relativ früh gewesen sein, denn ich bin sehr langsam beim Textlernen.“

Angst vor Hängern? „Die Figuren, wie ich sie spiele, haben ohnedies meist einen Zacken in der Krone. Da wirkt es relativ natürlich, wenn sie stottern oder nicht weiter wissen. Aber unlängst hatte ich einen Aussetzer im Monolog um Sein oder Nichtsein. Das hat mich maßlos geärgert. Ich stehe da ganz allein auf der Bühne, rund um mich ist das blanke Nichts. In solchen Fällen heißt es ruhig weiteratmen und warten, warten – und dann kommt auch der Text wieder, wie ein Geschenk:“

Samuel Weiss ist meines Wissens der erste Hamlet der Theatergeschichte, der die seelische Selbstentblößung auf die Spitze der körperlichen Nacktheit treibt. Weiss: “Es ist ja nicht das erste Mal, das ich nackt auf der Bühne stehe. Wenn es mir dramaturgisch notwendig erscheint, dann ist Nacktheit für mich so alltäglich wie – eine Tasse Kaffee trinken. Aber ich glaube, ich habe das unterschätzt, dass in Salzburg ehemalige und amtierende Bundespräsidenten, Manager und Showmaster im Publikum sitzen. Die Reaktionen sind zum Teil schon heftig.“

Wie fühlt man sich eigentlich als Künstler bei den Salzburger Festspielen? „Ich war nicht bei der Eröffnung. Aber ich habe die Rede von Bundespräsident Klestil gelesen, dass Salzburg die Schule Europas sein soll, gleichzeitig wurde dann Frau Jelinek vereinnahmt, das fand ich dann schon bedenklich. Schön, dass Salzburg so eine kleine Stadt ist und so viele Menschen „Hamlet“ gesehen haben. Man wird auf der Straße angesprochen, das passiert einem in Stuttgart nie! Na gut, ich bin ja ein relativer Nobody, ich gebe da und dort ein Autogramm. Das hat noch nicht Ausmaße erreicht, dass ich mich belästigt fühlen könnte.“

In New York dominieren zur Zeit Dramen die Bühne, die sich mit naturwissenschaftlichen Themen auseinandersetzen. Wohin geht im deutschsprachigen Theater der Trend?

„Das ist doch ein Zufall, dass das Theater hierzulande zum Siegelverwahrer für klassische Brocken geworden ist. Das hängt damit zusammen, dass Leute, die wirklich schreiben können, keine Lust auf Dramen haben, weil das Theater eine gesellschaftliche Randerscheinung ist. Die schreiben lieber für Film und Fernsehen, oder einen Roman. Das Theater behandelt seit 2000 Jahren das Thema Familie. Und da die Familie gesellschaftlichem Wandel unterworfen ist, kann man da auch immer wieder neue Stücke darüber schreiben. Für mich jedenfalls ist das das zentrale Thema.“

Apropos Familie: Gibt es ein Leben nach dem Theater? Samuel Weiss, ganz privat: „Die beste Entspannung für mich ist, wenn ich mit meiner kleinen Tochter im Kinderzimmer Kasperle spiele. Gut, das ist wieder eine Form von Theater, aber – ein sehr kleines exquisites Publikum!“

Übrigens: Vor einiger Zeit stand in einer Zeitung, dass Depressionen eine gesunde Reaktion sein können, die verhindert, dass man sich selbst überfordert. Samuel Weiss: „Das habe ich auch gelesen. Seither geht es mir schlagartig besser.“

(Das Gespräch fand im August 2000 statt)

#Sonnenschutz á la #Fussballer #Nicklas_Bendtner

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Der 26jährige dänische Stürmer Nicklas Bendtner, der vom VfL Wolfsburg bis 2017 unter Vertrag genommen wurde, mit seinem sehr eindringlichen Appell für Sonnenschutz. Angeblich verdient der ehemalige Arsenal-Stürmer bis zu drei Millionen Euro brutto im Jahr. Da kann er sich demnächst sogar eine Badehose leisten.

Siehe auch : „So schön kann doch kein Mann sein“ und „Männer-Erotik“ in diesem Blog (Suchfeld links oben und unter den Anzeigen rechts unten)

Morgen,18.7.14 beginnen die #Salzburger_Festspiele.#Gedichte von #Günter_Verdin

CAFE BAZAR
Von Günter Verdin

An einem bis zm Rand
mit Hitze aufgekochten Sommernachmittag
unter
schattenverschwendenden Kastanien,
inmitten
von Chanel-Kostümen,
Großen Braunen, Gucci-Schuhen,
Schlagobers, Taschen von Louis Vuitton,
Creme de la Cremeschnitten,
in Gesellschaft von
Dior, Balmain und Estee Lauder,
und Frisuren
kreiiert von Alexandre (oder doch vom Sturmayr?),
inmitten
der Wortseelen,
die unerlöst um die Tische schweben –

an einem solchen
pierrecardinstrudelundvalentinogetränkten
Sommernachmittag
auf der Bazar-Terrasse,
einmal,
in die wortlastige Stille hinein,
ganz laut rülpsen –
du liebeblauer Himmel! –
ich wäre selbst schockiert!

Die goldnen Brunnen
Von Günter Verdin

Die goldnen Brunnen dieser Stadt,
sie singen ihre leisen Lieder.
Fontänen tönen auf und ab.
Und sie kehren immer wieder.

Vergoldend scheint der Sonne Licht
auf Motivschatzgräber nieder;
im Sucher findest du die Töne nicht.
Und sie kehren immer wieder.

Wie Silber blinkt es auf dem Grund-
die Menschen recken heiter ihre Glieder
und werfen rücklings Münzen in das Rund:
und sie kehren immer wieder.

Sobald der Mond sich silbern spiegelt
tauchen auf ganz andre Brüder
und nach dem Gold ganz ungezügelt –
und sie kehren immer wieder.

Die goldnen Brunnen dieser Stadt,
sie singen ihre leisen Lieder.
Wär alles nur ein Plagiat?
Und sie kehren immer wieder…

GESTERN
Gestern
wurde die Zukunft der Kunst
beschlossen.
Dramatische Szenen gab es nur
beim Theater:
es wurde dann unter Rufpreis abgegeben.

Das klassische Ballett
ging weg, wenn nicht
zum Spitzenwert,
denn doch zu guter Kondition.

Auch im Konzertgeschäft
gaben die Banknoten
den Ton an.
Und schließlich den Ausschlag.

Die Opernproduktionen,
etwas taktlos
als Karajan-Paket bezeichnet,
erzielten die Höchstsumme.

Sänger, Dirigenten und Starregisseure
hielten ihren Marktwert.
Das Direktorium aber
wollte niemand haben.

Ein amerikanischer Automobilerzeuger
machte das Rennen,
nachdem lange Zeit
ein Fast-Food-Konzern
mitgeboten hatte.

Gestern
wurden die Salzburger Festspiele
versteigert.

GEDANKENTURNEN

1.Übung
Der Gedanke steht fest.
Bevor wir ihn als
3.Übung
auf den Kopf stellen,
strecken wir ihn als
2.Übung
bis er sich hebt
und ganz erhaben ist.

4.Übung
Der Gedanke hängt zu hoch.
Bevor wir ihn als
6.Übung
kräftig stutzen,
versuchen wir ihn als
5.Übung
rundum zu öffnen.

7.Übung
Der Gedanke kreist nun.
Bevor wir ihn als
9.Übung
neu in Top-Form bringen,
wagen wir noch als
8.Übung
die In-Frage-Stellung.

Was denken Sie,
wie weit sich
der Festspielgedanke
noch dehnen lässt?

ABERGLAUBE
Läuft einem
sommersüber
in Salzburg
ein Salzbürger
über den Weg
soll man ihn
halsüberkopf
berühren.

Das bringt Glück.

DIE RETOURKUTSCHE

Das müsste
wahnsinnig
komisch sein:
sich in der
Getreidegasse
im Smoking
auf den Gehsteig stellen
und den Touristen
zuschauen:
schauen ob
Unbekannte
dabei sind,
und was sie
Alltägliches anhaben.

Abends
vor dem
Festspielhaus
ist es wieder
umgekehrt.
Da ist der
Smoking
wieder auf dem
rechten Fleck
und links,
gegenüber
auf dem Gehsteig
stauen sich
staunend
die Touristen.

Durch das Spalier
ziehen
lautlos und unsichtbar
Paradepferde
eine Retourkutsche.

Fahr`n ma
Euer Gnaden?

STANDPUNKT

Herüben
flutet das Licht
aus allen Poren
des festlichen Hauses.

Dort drüben
leuchten Augen,
doch treffen die Blicke
unfestlich nur Fakten.

Herüben
buckeln Chauffeure
und reissen
die Wagentüren auf.

Dort drüben
recken verschlossen
Demonstranten die Hälse
gegen die Hochkultur.

Herüben
entfalten festliche Roben
ihre seidenen Blüten,
perlen gleich Tau die Juwelen.

Dort drüben
geraten die Deomonstranten
zusehends ausser sich,
skandieren Unerhörtes.

Ich stehe
dort drüben
bei den Demonstranten,
aber schreite
herüben
ins Festspielhaus.

Rainer Maria Rilke
SALZBURG -(m)eine Ansichtsache

Selbst die Salzach will nicht bleiben.
Sie windet sich durch diese Stadt
wie ein Touristen-Strom, so träg und zäh,
wie eine Diva, eh und je,
liegt sie im Bett und lässt sich
fotografieren.

Und wenn die Gäste ein Bild sich machen
und die Ansicht davonstehlen in alle Welt
im fließenden Kommen-Gehen,
hat der Salz-Bürger sein Nachsehen,
sitzt im Café und lässt sich
irritieren.

Salzburg nämlich gab es nie.
Ist nur Motiv, Fotografie…

Selbst die Salzach will nicht bleiben,
sie windet sich und biegt dann ab vor Lachen.
Und staunend hält die Festung ihre Wache.
O Salzburg – meine Ansicht-Sache:
dein Bild in mir – das will ich nie
verlieren.

DIE LIEBE ZU ZEITEN DES FESTSPIELS

Immerzu seid Ihr zu Gast.
Immer offen ist mein Haus
(respektive meine Zwei-Zimmer-Wohnung).
Immer hoffe ich,
die Spuren zu Euch
in meinem namenlosen Gedächtnis
zu finden.

Und immerzu schwebt Ihr herbei
auf den Flügeln von Tonfolgen.
Nachts versinkt Ihr – Erbarmen! –
in meinen Betten und Armen.
So hat auch die Liebe ihre Jahreszeiten.
Die Zeit, die Ihr Euch nehmt,
von Sommer zu Sommer,
ist gerade lange genug,
die Spannung zu nähren,
für die Erlösung ich sehne.

Doch immerfort
lasst Ihr mich traurig zurück,
auch wenn Ihr bleibt als Idee
von kurzweilender Glückseligkeit
in meinen Betten und Armen.
(Als Hohngelächter trifft mich der Abschied).
Am Himmel bleiben wie Tränenspuren
Kondensfäden zurück.
Ich bleibe auch
und halte die Festung.

SALZBURG, HELLBRUNN

Einsamkeit
gesell dich zu mir,
wir treiben`s zu dritt:
du, ich und meine Melancholie.
Der daraus entspringt
ist ein glücklicher Narr,
nichtsdestoweniger Narr,
er gleicht sich selbst aus
und mir
gleicht er auch.

SALZBURG -Mon Amour

Gott schickt in dieses Dunkel
schöne blonde 1 bis 2-Tage-Engel
sie flattern unheilig durchs Gemüt
und lehren uns das Beten.

Jetzt wieder: # Jedermann in #Salzburg: eine Heimsuchung

Diese alljährliche Heimsuchung durch Hofmannthals „Jedermann“ wird wohl niemals enden: der „Jedermann“, uraufgeführt nicht in Salzburg, sondern 1911 im Berliner Zirkus Schumann, ist längt kein Thema für die Kulturberichterstattung , sondern ausschließlich für die Gesellschaftsreporter, die aktuell  zum Beispiel vermelden, dass die Buhlschaft 2013 eine durchsichtige Bluse mit Kunstnippeln trägt.

Es ist ja alles schon wiedergekäut: das Stück ist von zweifelhaftem literarischem Rang. Und was die religiöse Substanz anbetrifft, gehört das Moralstück mit dem im Schnellverfahren knapp vor seinem Ableben von allen Sünden befreiten reichen Mann in den Bereich des Devotionalien-Kitsches. Welcher Sohn würde heutzutage nicht flugs zum Heiden, wenn ihm seine Mutter so frömmelnd zusetzte wie die des Jedermann? Oder wenn ihm die Allegorie des „Glaubens“ entgegenträte wie eine Missionarin der Heilsarmee. Bei so bigottem Spiel hat der Teufel wirklich leichtes Spiel, auch wenn ihm die Engelscharen letztendlich doch die arme Seele entreißen.
Wenn es selbst Peter Stein als Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele nicht gelungen ist, dem „Jedermann“ den ewigen Frieden zu geben, wird auch dieser Appell ungehört verhallen:

TÖTET JEDERMANN!

Es geht darum, dass wir heutige Menschen mit unseren existentiellen Fragen, etwa nach dem Sinn des Lebens, nicht abgespeist werden wollen mit Trivialbildern wie den über den Bühnenboden robbenden „Guten Werken“ (früher stützten sie sich auf Krücken) , und auch nicht von von schwertbewaffneten gefiederten Engeln.

Der Erfolg des „Jedermann“ ist mit dem der widerlichen Süßspeise „Salzburger Nockerl“ zu vergleichen: einmal muss sich jeder Tourist 
den Magen damit verdorben haben, und dann nie wieder.

Wie ein Kulturereignis  mit dem hohen Qualitätsanspruch der Salzburger Festspiele wirklich würdig eröffnet werden könnte? Zum Beispiel mit John Neumeiers Ballett-Version von Mozarts „Requiem“. Neumeier hat schon 1985 im Rahmen der Festspiele mit der Choreografie zu Bachs „Matthäus-Passion“ vor dem wuchtigen Salzburger Dom für tiefe Ergriffenheit und Besinnung gesorgt. Das war zu einer Zeit, wo die Programmverantwortlichen sich daran erinnerten, dass am Anfang aller Kunst der Tanz stand…

Weitere Berichte und Reportagen von Günter Verdin zum Thema „Jedermann“:

BERT BRECHT UND DER ASTHMATISCHE TOD

Selbst ein Bert Brecht lief beim Versuch, einen Ersatz für den stets umjubelten und stets angezweifelten „Jedermann“ zu finden, zu literarischen Untiefen auf. Im Jahr 1949 sagte er Gottfried von Einem, damals Mitglied der Festspiel-Leitung, einen „Salzburger Totentanz“ zu. In einem Brief vom Mai 1949 schildert Brecht sein Konzept: „Kontrakt des Kaisers mit dem Tod, im kommenden Krieg die Opfer zu begrenzen und ihn und seine Nächsten zu verschonen, wenn sie das vereinbarte Zeichen machten. Vergessen des Zeichens durch den vielbeschäftigten Tod. Moral: Mit dem Tod kann man keine Geschäfte machen.“ Als Honorar wünschte der aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrte staatenlose Dichter die österreichische Staatsbürgerschaft. Brecht knittelte darauf los. In einer Textprobe lässt Brecht seinen Tod „mit asthmatischen Atembeschwerden“ über seine Allergie gegen den schnöden Mammon reflektieren. Dieses rührende Dokument lässt ahnen, dass der Bühne nicht viel entgangen ist. Der Text wurde nicht vollendet, Brecht bekam dennoch 1950 seinen österreichischen Pass.

Auch spätere Versuche, das Sterben des reichen Mannes zu erneuern, sind fehlgeschlagen. Am energischsten hat sich Peter Stein für eine Alternative zum oft als bigott kritisierten Stück Hofmannsthals eingesetzt. Peter Handke, Botho Strauß und Hans Magnus Enzensberger lehnten ab.
So ein Regen hat auch etwas Gutes: Der erste „Jedermann“ dieses Sommers mußte ins Große Festspielhaus übersiedeln und tat dort neue Wirkung

EIN MENSCH, NICHT WIE VON  HOFMANNSTHAL KONSTRUIERT (1998)

Wer jemals an einem schwülen Sommertag eine „Jedermann“-Aufführung auf dem Platz vor dem Salzburger Dom erlebt und im Schweißbad durchlitten hat, der ist nicht undankbar, wenn, wie bei der Premiere am Samstag, Hofmannsthals „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ wegen Schlechtwetters in das Große Festspielhaus verlegt wird. Man sehe und staune: Die Schwächen des Werks, aber auch die Stärken der Aufführung werden im geschlossenen Raum noch deutlicher.
Sprachlich täuscht das Stück vor, mittelalterlich und inhaltlich fromm zu sein. Die Inszenierung von Gernot Friedel, die bekanntlich vor allem das von Ernst Haeussermann in Reinhardt-Tradition erarbeitete Regie-Konzept verwaltet, gewinnt im Haus an Dichte. Auch die kritische Distanz der Regie zu Hofmannsthals Bigotterie tritt im geschlossenen Raum kräftiger zutage. Und immerhin ist auch zu bemerken, wie hübsch und detailreich Friedel so manche Szene arrangiert hat, etwa die Tischgesellschaft, die, zu Tode erschrocken, zum Cinemascope-Renaissance-Gemälde erstarrt.
Für die Schauspieler bedeutet der Ortswechsel eine enorme Umstellung. Urs Hefti als Spielansager schafft sie nicht: Er brüllt und agiert plakativ, als müßte er noch auf der Festung gehört werden. Hingegen ist Michael Degen als Tod ein Labsal an nuanciertem, völlig unpathetischem Spiel. Lola Müthel überzeugt als Jedermanns Mutter mit naiver Gläubigkeit, und auch Isabel Karajan als Gute Werke und Sibylle Canonica als Glaube erfüllen die Allegorie, die geschrieben steht, mit wohltuend sachlicher irdischer Präsenz.
Mit großer Spannung wurde natürlich der Auftritt der neuen Buhlschaft, Sophie Rois, erwartet. Schon optisch unterscheidet sie sich deutlich vom bisher in Salzburg gepflegten Klischee des drallen Lustweibs mit üppigem Dekollete: Sophie Rois ist zierlich, aber sie wirbelt mit großer Entschiedenheit als kleine Raubkatze über die Bühne, eher verspieltes Mädchen als lüsterne Dirne, eine sehr heutige Figur. Ihre Manier, Sätze hervorzustoßen und gleich darauf die Lautstärke aufs Minimum zu reduzieren, wird wohl auch auf dem Domplatz zu Verständigungsschwierigkeiten führen.

Gert Voss als Jedermann, Sophie Rois als Buhlschaft

Alle Einwände gegen das vielgeschmähte Stück verstummen aber, wenn Gert Voss als Jedermann von der Bühne Besitz ergreift. Die Aufführung im Festspielhaus ermöglicht, die überraschend vielschichtige Annäherung des Schauspielers an die ja biographielose Figur in konzentrierter Form zu beobachten. Voss greift mit allen stupenden Kunstmitteln hinein ins pralle Menschenleben, ist lausbübisch verspielt zu Beginn und später mannhaft ängstlich, schließlich erbärmlich kreatürlich bis zur hündischen Ergebenheit dem Glauben gegenüber.
Voss läßt, was wirklich Kunst ist, das jämmerliche Versmaß des Textes vergessen und ist noch beim Auftritt im Büßerhemd ein Mensch, als wär‘ er nicht von Hofmannsthal konstruiert. Günter Verdin
(27.07.1998)

EVERYMAN EVERYWHERE: DER JEDERMANN ALLERORTEN
Nicht nur auf dem Salzburger Domplatz wird der „Jedermann“ Hugo von Hofmannsthals aufgeführt, auf mehreren Bühnen, auf Kirchenstufen und Ruinen wird, vornehmlich im Sommer, das Sterben des reichen Mannes zelebriert, auch in Dialektversion und sogar als Tanztheater. Eine Bestandsaufnahme.

MAX REINHARDT, der Regie -Übervater des „Jedermann“ bei Dreharbeiten in Hollywood (szenische Anweisungen für Puck im „Sommernachtstraum)

GÜNTER VERDIN
Es ist doch jedes Jahr das gleiche Theater auf dem Platz vor dem Salzburger Dom: der reiche Mann hat seine Seele – husch, husch, im reuigen Eilverfahren – gerettet, das Publikum ist ergriffen, und die Kritiker winden sich mit skeptischen bis zynischen Bemerkungen aus der Pflichtaufgabe, über ein ungeliebtes Stück und seine auf Reinhardtschen Erfahrungswerten ausharrende Inszenierung zu berichten. Der nicht versiegende Publikumsandrang lässt sich wohl damit erklären, dass selbst im nicht gläubigen Menschen geheime emotionale Saiten von der großen Versöhnungsgeste des Theater-Gottes in harmonieselige Schwingungen versetzt werden; und der ebenfalls nicht enden wollende Kritikerspott ist darin begründet, dass, wer das gleichermaßen naive wie künstliche Mysterienspiel hinterfragen möchte, auf ein esoterisches Gemisch von Glaubens-Annahmen stößt, welches der logischen Analyse nicht standhält.

„Jedermann“ unter der tausendjährigen Linde

Da in Salzburg in der Ära nach Gerard Mortier, unter dem neuen Schauspieldirektor Jürgen Flimm, auch beim „Jedermann“ (wieder einmal) nach neuen Ansätzen gesucht wird, lohnt vielleicht ein Rundblick im deutschsprachigen Raum. Denn auch abseits der Salzburger Festspiele geht der Jedermann a bisserl sterben: in Faistenau etwa sind unter einer 1000-jährigen Linde an die 100 Laiendarsteller am von Franz Löser „volkstümlich“ bearbeiteten Hofmannsthal-Werk (jeden Samstag bis zum 18. August).
Auf diese Mundartfassung, in der Jedermann ein reicher Bauer ist, greifen auch die Mondseer zurück, die auf der Freilichtbühne im Karlsgarten neben der schönen Pfarrkirche bis zum 25. August (jeweils samstags) nicht nur eine große Laien-Spielschar, sondern auch die Goldhaubenfrauen Mondsee, die Alttrachtengruppe St. Lorenz und eine Volkstanzgruppe aufbieten.
Selbst das Deutsche Staatstheater im rumänischen Temeswar hatte 1999 den „Jedermann“ auf dem Spielplan. Im thüringischen Erfurt gibt es auch heuer wieder (vom 30. August bis 2. September) auf den Stufen vor dem Dom eine um Authentizität bemühte Aufführung.
Dass der Hofmannsthalsche „Jedermann“ sozusagen noch einen Koffer in Berlin hat, wo die Uraufführung 1911 unter Max Reinhardt (mit Alexander Moissi in der Titelrolle) im Zirkus Schumann stattfand, war anzunehmen. Brigitte Grothum schart seit nunmehr 15 Jahren im Berliner Dom prominente Schauspieler (in diesem Jahr unter anderen Sonja Kirchberger, Brigitte Mira, Elke Sommer und als Mammon den als Travestiefigur Mary bekannt gewordenen Georg Preuße) um sich, um im sakralen Rahmen dem Mysterienspiel zu aktueller Bedeutung zu verhelfen.
Auf der Homepage der Berliner Jedermann-Festspiele begründet Brigitte Grothum ihren Einsatz für das Stück folgendermaßen: „So, wie heute, in unserer globalisierten Welt, weder eine Anbindung an Ideale noch Mitleid den Absturz in die Ellenbogengesellschaft hemmen, wie ungezügeltes Gewinnstreben möglicherweise in eine Katastrophe führt, so wird der symbolhaft für uns alle stehende ,Jedermann‘ durch die Wiedergewinnung des Glaubens an höhere Werte gerettet.“
Nicht allerorten kann man mit vergleichbar kostbarer sakraler Kulisse für den „Jedermann“ aufwarten wie in Salzburg, Erfurt oder auch Schwäbisch Hall (hier spielt das Stück auf der ausladenden Freitreppe der evangelischen Stadtkirche St. Michael).
Doch historisches Gemäuer muss es schon sein. In Weingarten (bei Ravensburg) dient der sonst nicht zugängliche Klostergarten auf dem Martinsberg als Kulisse für einen aktualisierten „Jedermann“. Der reiche Mann ist hier Finanzmakler von Beruf und hat stattlichen Immobilienbesitz. Die Figur der Buhlschaft, zumeist als dralles Lebeweib auf die Bühne gestellt, wird in Weingarten vom Anrüchigen befreit. Zu Recht weisen die Weingartner darauf hin, dass die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Buhlschaft“ eigentlich „Verlobte“ war. Bei den Bad Hersfelder Festspielen gehört die „Jedermann“-Aufführung vor der mittelalterlichen Kulisse der Stiftsruine zum festen Bestandteil des Spielplans.
Seit acht Jahren ist der „Jedermann“ in Hamburg zu sehen, und zwar in der so genannten Speicherstadt im Zollgebiet des Freihafens. Die Kulisse dieser ehemaligen „Kathedrale der Waren“, wie die Speicherstadt in den Reiseführern poetisch umschrieben wird, fügt sich plastisch in den Anspruch der Inszenierung, der heutigen Hamburger Bürgerschaft einen Spiegel vorhalten zu wollen.
Grell, satirisch verfremdet und aufgebrochen erscheint das alte Mysterienspiel als „Der Fränkische Jedermann“ im Innenhof des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Der vom Autor Fitzgerald Kusz durchaus ernst gemeinte Text wird in Klaus Kusenbergs Inszenierung zum deftigen Satyrspiel auf alle Heuchelei und Frömmelei, die konventionelle „Jedermann“-Aufführungen zur Qual machen. „Godd“ zum Beispiel hat einen mächtig langen Bart, der sich über die ganze Bühne hinweg ausbreitet. Sein Gegenspieler, der Teufel, ist mit Flammenwerfern ausgestattet und stiehlt „Godd“ und dem reichen Mann die Show. Das Herzala, die Buhlschaft, tänzelt im rosen-übersäten Reifrock über die Bühne. Und der Tod tritt mit schrecklichen „Jedermoo!“-Rufen aus der Trauerweide (!) hinter der Bühne hervor. Auch hier wird Jedermann natürlich gerettet; an seiner statt holt der Teufel das arme Herzala . . .
Eine durchaus diskussionswürdige, ernst zu nehmende Sicht auf den „Jedermann“ bietet die junge Choreografin Irina Pauls mit ihrem neuen Tanztheaterstück, das Mitte Juli im Rahmen der Heidelberger Schlossfestspiele uraufgeführt wurde.

JEDERMANN ALS TANZENDER REBELL (2001)

Irina Pauls‘ Jedermann in Gestalt des Tänzers Andreas Lauck ist ein äußerlich eher grüblerischer Mann, dessen psychische Defekte sich erst im Laufe der Inszenierung offenbaren. Jedermann als sadistischer Machtbesessener dirigiert nicht nur seine anämische, willenlose Buhlschaft (Jessica van Rüschen), sondern auch die Tischgesellschaft in den Untergang.
Irina Pauls‘ Tanzstück „Jedermann“ wird im romantisch verfallenen Englischen Bau der Heidelberger Schloss-Ruine präsentiert. Jedermanns Abbruchhaus? Pauls: „Ich glaube, dass der Jedermann gut hierher passt. Dieser Ort trägt die Geschichte mit sich. Das versuchen wir ja darzustellen, diesen Werdegang und das Verfallen: Asche, verbrannte Holzteile, die hier sind, das heißt, dass der Tod immer gegenwärtig ist, der Tod, der schließlich Jedermann holt. Ich finde die Figur des Jedermann interessant, weil er rebelliert; in jeder Rebellion ist ja auch ein ganz starker Wille zu spüren. Und dass dieser Jedermann Gottes Gebote erst einmal nicht anerkennt, sondern versucht, sein Leben selbst zu gestalten, ist eine ungemein sympathische Eigenschaft!“

Statt Hofmannsthal ein historischer Eremit

Was bleibt vom Text Hofmannsthals übrig? Pauls: „Eigentlich nichts mehr. Die moralisierenden Figuren wie die Guten Werke oder der Glaube kommen bei mir nicht vor. Allerdings haben wir einen sehr schönen Text eines Eremiten aus dem 12. Jahrhundert, Heinrich von Melk, der von einem Schauspieler rezitiert wird. Es ist ganz wichtig, dass einer da ist, der an Jedermann appelliert: Kehre dein Schiff um, geh auf die richtige Spur. Wenn wir diesen Bezug nicht hätten, dann würde ja auch die Frage zwischen Leben und Tod und auch der Beziehung zur höheren Gewalt gar nicht im Raum stehen.“
Irina Pauls leitet seit einem Jahr, und mit aufsehenerregendem Erfolg, die Ballettkompanie am Heidelberger Stadttheater. Zum Wesen ihrer Arbeit als Choreografin gehört eine ganz besondere Hand- Schrift, im wahrsten Sinne des Wortes. Pauls: „Ich gehe von Alltagsgesten aus. Das ist ja ein wichtiger Moment: wie Menschen sich ganz alltäglich bewegen, und das geht sehr stark über Arme und Gestikulation, das versuche ich dann als charakteristisches Bewegungs-Merkmal für die Figuren zu schaffen. Arme und Oberkörper sind ein wunderschönes Mittel, den Körper ganz einzusetzen. Das ist die moderne Bewegungssprache, die Kopf. Arme und Oberkörper miteinschließt.“

Bei der „Jedermann“-Choreografie von Irina Pauls fällt auf, dass auch die Tischgesellschaft individuell durchgestaltet ist. Hier tanzen Einzel-Persönlichkeiten, die für sich Bewegung erfinden und sich wie zufällig in den Bewegungsduktus der anderen verschränken oder integrieren. Pauls: „Die Tänzer sind letztendlich sehr individualistisch. Sie erfassen die von mir vorgegebene Bewegungssprache und interpretieren sie auf ihre eigene Weise. Das ist für mich die Idee von Tanztheater, dass man ganz spezielle, eigenwillige Persönlichkeiten auf der Bühne hat, die in der Lage sind, eine Idee zu verfolgen und eine Bewegungssprache auszudrücken.“ Welche Rolle spielt die Musik? Pauls: „Ich verwende mittelalterliche Musik, die hin reicht zu neuer Musik, die mit mittelalterlichen Instrumenten gespielt wird. Es ist für mich immer wichtig, dass die Musik die Idee des Stücks klar ausdrückt.“ Hat Irina Pauls jemals den „Jedermann“ in Salzburg gesehen? Pauls: „Ja natürlich. Und ich muss Ihnen sagen, ich fand ihn sehr langweilig.“
(19.07.2001)

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#Richling trifft #Richling im SWR-Fernsehen

Das SWR FERNSEHEN würdigt einen der besten Kabarettisten der Bundesrepublik: so komödiantisch und zugleich bissig und messerscharf satirisch wie er sind nur wenige der Kollegen. Regisseur Thomas Schadt begleitete den Künstler 2013 durch sein vielschichtiges Berufsleben. Er war mit auf der Tournee „Der Richling Code“, bei Richlings Valentin-Abend am Renitenz-Theater in Stuttgart und er beobachtete den Kabarettisten während verschiedener Studioproduktionen des SWR. Dabei gelangen Schadt eindringliche Beobachtungen aus nächster Nähe, die dokumentieren, wie vielschichtig, kreativ und überaus diszipliniert der sensible und intelligente Künstler arbeitet. Reflektiert und kommentiert wird dieses Schaffen durch Mathias Richling selbst. So entstand das erste umfassende Filmporträt über Mathias Richling.
SWR FERNSEHEN, Mittwoch, 4. Juni 2014, 22 Uhr

Und damit nicht genug : nach dieser Sternstunde des Fernseh-Porträts Richling in voller Aktion auf der Bühne in seinem von Publikum und Presse einhellig bejubelten Programm „DER RICHLING CODE“.
Auch hier kam es wieder zur Zusammenarbeit von Bühnenregisseur Günter Verdin mit dem TV- Inszenator Michael Maschke. Prüfen Sie selbst, ob sich das Ergebnis sehen lassen kann!
Wir wünschen kräftiges Gedankenflattern!

PRESSESTIMMEN zu „DER RICHLING-CODE“:
Er beobachtet gerne Menschen und die Politik und versucht so, den politischen Menschen zu ergründen: Kabarettist und Satiriker Mathias Richling lebt vom Sinn und Unsinn der Politik. Auch in seiner neuen Show „Der Richling Code“ hat Richling sich mit Themen wie Gentechnik, Umwelt-Desaster und der Bankenkrise beschäftigt. Dabei schlüpft Richling wie gewohnt in die Rollen verschiedener Persönlichkeiten, um so das Widersprüchliche zu parodieren. TV BERLIN

Markenzeichen des gebürtigen Baden-Württembergers ist die große Geschwindigkeit seines Programms – die Pointen kommen Schlag auf Schlag.
BERLINER ZEITUNG

Eigentlich könnte Mathias Richling mit den omnipräsenten, herrlich polarisierenden Promis Thilo Sarrazin und Jörg Kachelmann wunderbar von der desaströsen Politik im Lande ablenken. Doch als Schwabe geht er mit dem umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 lieber gleich in die Vollen. Er findet, der Bahnhof sollte oben ruhig weiter wachsen dürfen, Stuttgart gehört hingegen unter die Erde. In den Wühlmäusen präsentiert er zur Zeit sein neues Programm „Der Richling Code“, eine aktuelle politische Momentaufnahme, inszeniert von Regisseur Günter Verdin als mediales Talkshow-Theater am bundesdeutschen Abendmahl-Tisch unter der Ägide des bewährten dreiknöpfigen Jacketts von Angela Merkel. Richling schlüpft selbstredend in alle Rollen der anwesenden Politiker-Runde, von Pofalla bis Bosbach…… Genial ist Richlings Raucher, besser bekannt als Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der mit wüsten Gedankensprüngen Nichtraucher zu unverbesserlichen Antisemiten abstempelt und gegen eine Mauer in den Lungen der Menschen wettert.

BERLINER MORGENPOST

Bissig, aber so lustig – da würden auch Politiker lachen.

BERLINER KURIER

Immer wieder Verdrehungen und absurde Logeleien, vorgetragen in oft wahnwitzigem Tempo und dabei trotzdem, weil diese Sprachakrobatik keine Schluderei erträgt, sehr präzise.

STUTTGARTER ZEITUNG

…….einer der erfolgreichsten deutschen Kabarettisten….

HAMBURGER ABENDBLATT

Mathias Richling gehört zu den wenigen Kabarettisten, die nicht etwa auf Mikro, Barhocker oder weitere wenige Requisiten, sondern auf ein ausgefeiltes Bühnenbild setzen. Diesmal thront Angela Merkel in Form eines roten Blazers in der Mitte. Ihre politischen Jünger sitzen – vertreten durch Namensschilder – an einer schwarz-rot-goldenen Abendmahl-Tafel. Regie führt wie immer Günter Verdin.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG

Atemberaubend, wie authentisch nicht nur Dialekt und Sprechweise, sondern auch Gestik und Mimik die karikierten Personen trafen. Beeindruckend die Wortgewandtheit und Schnelligkeit, mit der Gedanken- und Themensprünge vollzogen wurden…Begeisterungsstürme … minutenlanger Applaus.

MAIN.SPITZE

Kein zweiter deutscher Kabarettist setzt seinem Publikum ähnlich anspruchsolle Texte vor, die er – immer in Bewegung – unter der Regie von Günter Verdin mit punktgenau gesetzter Mimik und Gestik serviert.
DIBURGER ANZEIGER

#THE_BIG_BANG_THEORY : Das #Intro 34.- 24.

BIG BANG 34 -24

24. Religion. Buddhismus.(Drachen-Mosaik aus der buddhistischen Tempelanlage Wat Phrathat Doi Suthep, dem Wahrzeichen von Chiang Mai in Nordthailand. Die vergoldete Chedi mit einem Zeremonien-Schirm (siehe Bild 2) unten soll eine Reliquie Buddhas enthalten.

Bild 1 Das Mosaik
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Bild 2 Der vergoldete Chedi

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25. Religion. Buddhismus.Die Abreise des Prinzen Siddharta ( geb. 563 v. Chr. In Lumbini, Nepal; gestorben 483 v. Chr. in Kushinagar, Indien. Mit 29 Jahren verließ der Prinz den Palast seiner Eltern und lernte auf seinen Wanderungen das Leiden der Menschen kennen. Auf der Suche nach dem eigenen Weg abseits der überlieferten Religionen, widmete er sich der Meditation und führte das Leben eines Bettelmönchs. Er wurde zum Begründer des Zen-Buddhismus. Die Abbildung stammt aus dem Werk „Myths of the Hindus and Buddhists“ , und stammt wahrscheinlich im Original von Abanindranath Tagore.)

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26. Religion. Moses

Das Bild aus dem Intro:

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Und hier die Gesamtansicht der Statue in Santa Maria del Monte

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027. Die alten Griechen. Der Parthenon. (Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos auf der Akropolis. Der Name Parthenon bedeutet „Jungfrauengemach“.Der Tempel wurde zum Dank für die Rettung der Griechen durch die Göttin nach dem letzten Perserkrieg -479 v. Chr. -erbaut.)

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28. Religion. Christentum. Jesus Christus ( Im Neuen Testament wird Jesus Christus als Messias und Sohn Gottes beschrieben.)

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029. Religion.Kreuzzüge: Die Befreiung der Eingemauerten von Carcassonne (Gemälde von Jean-Paul Laurens,1879. Im Kreuzzug der Christen gegen die sektiererischen Katharer wurden 1244 die zum Schutz der Bevölkerung vor der Inquisition herbeigeeilten Ritter von den Christen in den Burgverliessen von Carcassonne ( Südfrankreich) eingemauert. Einige Katharer konnten aber befreit werden.

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30. Die Chinesische Mauer (Sie erstreckt sich nach neuesten Erhebungen über 21.196,18 Kilometer und umfasst 43.721 Einzelobjekte und Standorte. Der Bau der historischen Grenzbefestigung wurde im 7. Jhdt. v. Chr. begonnen)
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31. Frühgotik. Notre Dame de Paris (errichtet zwischen 1163 und 1345. Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, der Dachreiter 96 Meter. Das Kirchenschiff ist im Inneren 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch; es bietet bis zu 10.000 Personen Platz.)

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32. UNESCO WELTKULTURERBE. Taj Mahal (eine 58 Meter hohe und 56 Meter breite Grabmoschee im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, errichtet 1631 auf einer 100 mal 100 Meter großen Marmorplattform im Auftrag des Grossmoguls Shah Jahan im Gedenken an seine große Liebe Mumtaz Mahal. UNESCO WELTKULTURERBE seit 1983.)

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33. UNESCO WELTKULTURERBE und Wahrzeichen.Der Schiefe Turm von Pisa ( Der Turm war als Campanile, also als freistehender Glockenturm für den Dom von Pisa geplant. Zwölf Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, als der Bau bei der 3. Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin wurde der Bau für rund 100 Jahre unterbrochen. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann schräg gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war. Die Schieflage des Turms beruht auf dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Die Schieflage des Turms beträgt nach Ende der Sanierungsarbeiten rund 4 Grad., entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe. m Jahre 1987 wurde das Ensemble aus dem Turm, der benachbarten Kathedrale, dem Baptisterium und dem Friedhof von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Quelle: WIKIPEDIA)

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34. Kunstgeschichte. Michelangelo’s David (entstanden zwischen 1501 bis 1504 in Florenz. Die erste Monumentalstatue der Hochrenaissance stellt den biblischen David dar, der , die Steinschleuder auf der Schulter, den Kampf gegen den Riesen Goliath aufnimmt.)

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Und das ist die Originalstatue in Florenz

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#Deutsche #Castingshows: Heulen und Zähneknirschen

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Mittlerweile hat es der dümmste Kandidat und die geistig unbefleckteste Teilnehmerin geschnallt: ohne eine bewegende Biografie und große Emotionen ist der Konsument von Casting Shows wie “ Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s next Topmodel“ nicht zwecks Voting ans Handy zu bewegen. Und wenn die Mädels und Jungs in den Shows ausnahmsweise nicht heulen – vor Glück, oder vor Selbstmitleid- dann wässern die Augen der Juroren nach: die etwas naiv rüberkommende Sängerin Mieze Katz bei DSDS und die abwechselnd vor kindlicher Freude überströmende, dann sich in Ergriffenheit verströmende Lena bei „The Voice Kids“ lassen den Tränen gerne freien Lauf. Den Rekord an hysterischen, nur mehr abstoßenden Heul-Einlagen hält aber die am Donnerstagabend mit einem sehr flauen Finale zu Ende gewürgte Heidi-Klum-Show: wenn die Mädels in ihren von den Kameras gnadenlos protokollierten Selbstbewertungen schon keinen vernünftigen Satz rausbekommen und ihre ungeschulten Stimmen genauso nerven wie die von Heidi Klum, Weinen hilft allemal, zum Beispiel wenn es ums Haareschneiden geht oder ganz einfach um Mobbing. Diese Heulsusen wollen uns auf internationalen Laufstegen beglücken? Zurück in den Kindergarten bitte!

Wenn nicht alles täuscht werden wir morgen, Samstag, beim Eurovisions Contest den nächsten spektakulären Heulkrampf erleben: dann nämlich, wenn sich die österreichische One Man-One Woman-Show mit dem lyrischen Namen Choncita Wurst über den heute noch von vielen für möglich gehaltenen Sieg so freuen wird, dass sich der Damenbart kräuseln und die Kunstwimpern im Salzwasser ertrinken werden. Das Heulen und Zähneknirschen hat dann aber nur vorübergehend ein Ende: schon werden KandidatInnen für die nächsten Staffeln gesucht.

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