#Jauch gewinnt bei #Jauch eine halbe #Million .#RTL

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Von Günter Verdin

Es muss wohl schon ein (zweitägiger) „Spenden-Marathon“ sein, um in Deutschland Herzen und Börsen für soziale Anliegen zu öffnen. Der gute Zweck heiligt sogar die Rekordsucht : in einem wie üblich völlig unsinnigen Weltrekordversuch läuft der Sänger und Ausdauersportler Joey Kelly seit Beginn der RTL-Aktion „Wir helfen Kindern“ eine ihm entgegenfahrende Rolltreppe hinauf. Rekordverdächtig ist auch der bis Donnerstagnacht in der längsten Charity-Sendung im deutschen Fernsehen (RTL-Eigenlob) erzielte Spenden-Zwischenstand in Höhe von über fünfeinhalb Millionen Euro .

Auch Günther Jauch konnte mit seinen prominenten Kandidaten in seiner Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ ein erkleckliches Sümmchen für die gute Sache beisteuern. Wobei die Komikerin Cindy aus Marzahn in ihrer typischen rosafarbenen Schweinchen -Dick-Kostümierung der routinierten Abfragerei Jauchs mit witzigen Kommentaren gegensteuerte.
Schließlich erzielte sie, nachdem sie regelwidrig Oliver Pocher zweimal als Telefonjoker bemüht hatte, 125.000 Euro Gewinn. Jauch selbst errang bei Jauch sogar 500.000 Euro. Es war schon sehr komisch anzusehen, wie der grenzgeniale Parodist Michael Kessler als Double des Quizmasters auf köstlich umständliche Art die Lösung der Fragen herzuleiten versuchte . Frage des Original- Günther Jauch , der bekanntlich nicht nur in RTL, sondern auch in der ARD moderiert, an seinen Doppelgänger: „Verdient man eigentlich bei der ARD mehr, oder bei RTL?“ Antwort : „Nein, bei Pro7.“

Erhellend war der Fernsehabend übrigens auch in Bezug auf das Phänomen der Gleichzeitigkeit: Kessler war nicht nur bei Jauch in RTL, sondern auch im Talk mit Markus Lanz im ZDF zu sehen. Da beide Sendungen aufgezeichnet wurden, hätte der Comedian gut auch noch bei der Bambi-Verleihung in der ARD auftauchen können, was wir nicht bestätigen können, weil wir nicht gleichzeitig alles sehen können.

Die Lexikonwissen-Disco des Günther Jauch: WER WIRD MILLIONÄR?

Von Günter Verdin

Wenn das Leben selbst nicht so viele Fragen an uns stellte: was täten wir bloß ohne „Wer wird Millionär“? Seit Montag tuscht und jingelt es wieder . Die Scheinwerfer kreisen hektisch und machen aus einem simpel gestrickten Frage-und Antwort-Spiel eine Lexikonwissen-Disco, in der Günther Jauch einen Gag nach dem anderen auflegt. Obwohl sich immer mehr Studenten bei Jauch das Taschengeld aufbessern, hat das Quiz weniger mit Intelligenz, die ja das Erkennen von Zusammenhängen
ermöglicht, und sehr viel mehr mit viel Glück und durchschnittlicher Bildung zu tun. In der Gruppe bis 500 Euro geht es um Scherzfragen wie: In welchem Wort ist ein winterliches Naturereignis enthalten? Die Antwort: SchLAWINEr. Günther Jauchs joviale Souveränität und seine schauspielerisch plakativ gestalteten Verzweiflungskrämpfe ob der Ahnungslosigkeit mancher Kandidaten tragen die Show auch gerne mal über die doppelte Länge wie am Montag zum Auftakt der 20. Staffel.
Neben manchen Fragen, wie die nach der Stadt, die eine Enklave in Brandenburg bildet (Berlin), sind zunehmend die kleinen Hintergrundgeschichten und Biografien der Kandidaten interessant geworden. Ist doch auch nett zu hören, wenn der Student der Betriebswirtschaftslehre bei einem Gewinnstand von 16.000 Euro bekannt gibt, dass er seiner Freundin warme Socken kaufen will. Zwar werden bei so viel wirtschaftlichem Denken auch noch andere Frauen bei dem Kerl kalte Füße kriegen, sie können aber sicher sein, dass er die 64.000 Euro, die er schließlich gewann, niemals verzocken würde.
Erheiternd war auch Jauchs Expertengespräch mit einer aus Guinea stammenden Lehramtsstudentin über Monopoly: Jauch würde immer gerne die Schlossallee kaufen, die Studentin nimmt lieber die wesentlich weniger einträglichen vier Bahnhöfe. Wie wir ahnen, ist dementsprechend auch in der Realität das Vermögen beider höchst unterschiedlich. Die junge Dame hatte zwar keinen blassen Schimmer von Theodor Fontane oder Helmut Schmidt, schaffte es mit viel Glück aber über die sichere 16.000-Euro-Hürde.Am Freitag sehen wir sie wieder.
Und am 17. September kehrt dann ja auch die ORF-„Millionenshow“ mit
Armin Assinger auf den Bildschirm zurück . Noch Fragen?

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