#TELE-FAX von #GÜNTER_VERDIN #Pro7

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Das muss man den Pro7-Machern lassen: sie recyceln nicht nur Ideen, sondern geben auch neuen Formaten eine Chance. Damit lässt sich zwar das haustypische tiefgelegte Niveau nicht schlagartig verbessern, aber immerhin Interesse wecken. Der neuen Comedy „Schulz in the Box“ (Montag, 22 Uhr 15) liegt der bizarre Einfall zugrunde, den Hamburger Sänger und Moderator Olli Schulz in einer Kiste auf Reisen zu schicken. Gut, der Mann ist 38, Zeit für die Midlife-Crisis und neue Herausforderungen.

Er selbst formuliert sein Anliegen so: “ ‚Schulz in the Box‘ ist mehr als eine Sendung. Es ist eine Erfahrung. Sie gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, den eingeschlagenen Lebensweg noch einmal zu überprüfen. Auch für mich wird es ein Abenteuer und ich freue mich, meinem Leben eine neue Farbschattierung zu geben.“

In der ersten Folge landete Schulz in Berlin, wo es bekanntlich eine Menge schräger Vögel gibt. Was uns an der durchgeknallten Wohngemeinschaft von Männlein und Weiblein interessieren sollte, die Pornofilmchen drehen , um mit dem Verdienst den Regenwald zu retten, erschließt sich auch dann nicht, wenn Schulz sich für diesen „Lebensentwurf“ stark macht . Und wir 68er dachten, die Hippie-Kommunen hätten wir als aus der Zeit geraten abgehakt!

Zu sehen ist immerhin, dass jede Freiheit, die man zu leben glaubt, neue Abhängigkeiten schafft. Für diese Erkenntnis hätte auch eine Viertelstunde gereicht. Schulz spielt ziemlich verklemmt den Liberalen, und versucht die Nackedei-Aufnahmen aus der Kommune pädagogisch wertvoll mit häufigen Hinweisen darauf zu rechtfertigen, dass Sex eigentlich Privatsache ist. Das ist genauso schlimm wie die vorgetäuschte moralische Entrüstung der BILD bei gleichzeitiger Pflege primitivster voyeuristischer Triebe.

Weitere Folgen sind schon in der Kiste, ähäm, im Kasten. Die nächste erwarten wir naturgemäß ernüchtert.

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