Unser angemessen subjektives Juroren-Casting

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Es gibt ein Leben nach dem Casting! Diverse Vorkommnisse im österreichischen Fernsehen erwecken den Eindruck, dass in den TV-Casting-Shows nicht die Künstler, sondern die Juroren das eigentlich Sehenswerte sind. Drehen wir den Spieß um. Wer von den Juroren nimmt seine Aufgabe ernst und wer sich nur selbst wichtig?

1. XAVIER NAIDOO: der Stille, der Besonnene in „The Voice of Germany“ (Pro7, SAT1). Wie in seinen Songs steht die Musik im Mittelpunkt seiner Anmerkungen.

6 Punkte

2. NENA (ebenfalls „The Voice of Germany“ ) :fiebert mit, zeigt – echt wirkende- Emotion, wickelt leicht gockelige Juroren-Kollegen mit kessem Charme um den Finger

6 Punkte

3. Rea Garvey und The BossHoss ( schon wieder „The Voice of Germany“), auch mit Enthusiasmus bei der Sache, zeigen Respekt , ermutigen

5 Punkte

4. Peter Rapp : die lahme ORF-Show „Die große Chance“ hat nur diesen einen ernstzunehmenden Juror. Rapp ist mit der Popmusik-Geschichte bestens vertraut, hat einen “ gesunden Schmäh“, ist selbstironisch ohne Koketterie.

4 1/2 Punkte

5. Dieter Bohlen: von irgendwem zum „Poptitan“ ernannter mittelmäßiger Sänger. Plappert mit grenzenlosem Selbstvertrauen, demütigt Kandidaten. Das Zynische hat leider auch einen gewissen Unterhaltungswert. „Das Supertalent“ (RTL) ist eine Varieté-Show, die mit zugekauften professionellen Show-Acts aufgeputzt wird.

2 Punkte

6. Thomas Gottschalk („Das Supertalent“): der Entertainer ist nicht wieder zu erkennen. Er ist als Juror farblos und grottenschlecht.

1Punkt

7. Michelle Hunziker („Das Supertalent“): hat schon als Co-Moderatorin von Thomas Gottschalk in „Wetten, dass…?“ genervt. Ist als Jurorin überfordert.

1 Punkt

8. Sido, Zabine und Karina Sarkissova (alle „Die große Chance“): der eine hat weder sein Mundwerk noch sich selbst im Griff, die andere, Zabine, besticht durch gutaufgelegte Ahnungslosigkeit, und die letzte, die Tänzerin Sarkissova ,hat sich mit kleinen Skandälchen disqualifiziert.

Wertung: der Nullpunkt ist erreicht .

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Von Günter Verdin

Der ORF tut wirklich alles, um seine lahme Talente-Show „Die große Chance“ im Gerede zu halten. Mit dem Schlimmsten hätten selbst die trösten Nörgler nicht gerechnet: Rapper Sido, der dem Society-Spürhund Dominik Heinzl eine Watschen mit der Faust verabreicht hat , wodurch dieser -gespielt oder nicht- zu Boden sank, war vom ORF als Juror fristlos entlassen worden.

Nun die für Österreich typische knieweiche Kehrtwende. „Wir geben Sido nach intensiven Gesprächen und reiflicher Überlegung eine zweite Chance – es ist seine große, aber auch letzte“, stellte Fernsehdirektorin Kathrin Zechner in einer Mitteilung klar. Weiter heißt es in der butterweichen Erklärung der von starkem Rückgrat kaum geplagten Managerin: „Wir wollen mit dieser Entscheidung ein Beispiel geben, dass am Ende eines Streits idealerweise Aussprache und Versöhnung steht“, sagte Zechner.

Im Gegensatz zu der vorwiegend fachkundigen Jury bei den österreichischen „Dancing Stars“ setzt sich das Gremium für die „Große Chance“ wie folgt zusammen:

aus einem Rapper, der sein Herz für Österreich
unangenehm schleimig auf der Zunge trägt,

einer aparten Solotänzerin, die sich hauptberuflich für die Dauerpräsenz in Klatschspalten entschieden hat,

einer Sängerin aus dem volkstümlichen Bereich

und einem ehemaligen Quizonkel .

Der einzige, der wirklich etwas vom Showbiz verstand, war der urgemütliche Bernhard Paul, der Direktor des Zirkus Roncalli. Paul hat die große Chance ergriffen und sich von den Jury-Dilettanten rechtzeitig abgesetzt.

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#ORF FEUERT DEN #RAPPER #SIDO

DIE MELDUNG:

Der ORF beendet die Zusammenarbeit mit „Die Große Chance“-Juror Sido: Das gab der Sender nach der ersten Liveshow des Talentecastings bekannt. Sido war nach Ende der Sendung mit „Chili“-Chef Dominic Heinzl auf der Bühne aneinandergeraten. Sido sei „verbal ausfällig“ geworden, „und nachdem Securities versuchten, die Situation zu bereinigen, attackierte er Dominic Heinzl mit der Faust“, so der ORF.

DNER KOMMENTAR:

Die Entscheidung ist, so unglaublich das klingt, das Beste für den Rapper. Sido hat sich für die äußerst mittelprächtige Talentshow als Juror verbogen und an die Österreicher rangeschleimt, dass es zum Erbarmen war. Da hatte sich wohl ob seiner Selbstverleugnung viel Aggression aufgestaut, die sich nun eben eher zufällig beim Society-Reporter Heinzl entlud.

Einzig, dass jetzt der geistig enorm rückwärts gewandte Briefschreiber der KRONENZEITUNG, Jeaneé, triumphieren kann, den Sido hellsichtig einmal als Haumeister bezeichnete, ist schade.

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