Der ziemlich unheimliche Mister Pattinson („Twilight“)

Von Günter Verdin

An dem Namen des britischen Schauspielers und Sängers Robert Pattinson kommt zur Zeit kein Zeitungleser oder Fernsehzuschauer vorbei, auch wenn er nicht zur Zielgruppe schwärmerischer Teenager mit Hang zu keuschen Vampiren gehört. Das liegt vor allem an der ausführlichen Berichterstattung über Untreue und Trennung des auch privat verbandelten Traum-Liebespaares aus den vier Blutsauger-Filmen der „Twilight“- Reihe ; keine Angst, liebe Teens, nicht der schöne Untote, sondern seine Freundin Kristen Stewart ist angeblich fremdgegangen! Sich vom Klischee des in alle Ewigkeit todtraurigen Vampirs zu lösen, wäre Pattinson in der auf Stereotypen fixierten Film- Branche wohl kaum gelungen, hätte er nicht selbst aus eigener Kasse 2009 den Streifen „Remember Me“ produziert. Dass der ORF diese Romeo- und -Julia-im Neurosen-Zeitalter -Dramolette just jetzt präsentierte, hat auch mit dem 11. Jahrestag des unfassbaren Terror-Anschlags auf das New Yorker World Trade Center zu tun. Kaum nämlich scheint das Eis der problematischen Vater-Kind-Beziehungen im milden Licht durch tragische Umstände geläuterter Liebe aufzutauen, kommt der Held der Geschichte in einem der Twin Towers um. In der Schule schreibt die Lehrerin gerade das Datum auf die Tafel: 11. September 2001.
Der mit Kalkül auf optimale emotionale Wirkung produzierte Film ist vor allem durch die schauspielerische Leistung von Robert Pattinson sehenswert. Er erinnert in seiner explosiven Wut und seinem jugendlichen rebellischen Kampf gegen die Ungerechtigkeit an James Dean , bis in die kleinste Verlorensheitsgeste beim Anzünden einer nass gewordenen Zigarette. Pattinson spielt mit schonungslosem körperlichen Einsatz, hat aber auch volle Kontrolle über seine nuancenreichen mimischen Mittel. Er ist Handlungsträger in doppelter Bedeutung. Denn der leitmotivisch im Film zitierte, Mahatma Ghandi zugeschriebene Appell ist zugleich auch eine Aufforderung an uns alle, die wir über dem Zuschauen die Tat vergessen:
„Was auch immer du im Leben tust, wird unbedeutend bleiben, aber es ist wichtig, dass du es tust, da es niemand sonst tun wird.“

Er war jung und brauchte das Geld: Robert Pattinson

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