#“X_Factor“: und #Shooting_Stars.#VOX

20121126-124845.jpg

(Moses Pelham und Xavier Naidoo)

Von Günter Verdin

Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich: im Finale der Castingshow „X-Factor“ (VOX) siegte das sympathische Folkmusik-Pärchen „Mrs. Greenbird“ vor der stimmlich mehr beeindruckenden Blues-und Rockröhre Melissa Heiduk. Heiduk überzeugte mit ihrer Interpretation des Scorpions-Hits „Send Me An Angel“ und auch im Duett mit dem Show-Profi Ne-Yo, mit dem sie zusammen dessen Chartserfolg „Closer“ (2008) „performte“ , wie das im Juroren-Deutsch heißt.

Steffen Brückner und Sarah Nücken alias Mrs. Greenbird , deren zweistimmiger Satzgesang zu akustischer Gitarre an die guten alten Burg Waldeck-Zeiten der 1960er-Jahre erinnert, gewannen das finale Duell mit einer Eigenkomposition: „Shooting Stars & Fairy Tales“. Shooting Stars ist der englische Begriff für Sternschnuppen. So wie diese verlöschen die Shootingstars der diversen Castingshows ebenso schnell wie sie aufleuchten. Es ist verständlich, dass Jury-Mitglied Sarah Connor sich explizit länger währenden Erfolg für die Gewinner wünscht.

„X-Factor“ gehört wie „The Voice of Germany“ (Pro7 und SAT1) zu den ernstzunehmenden Wettbewerben, in denen erfahrene Popmusiker nicht nur als Juroren werten, sondern als Mentoren ihr Know-How zur Verfügung stellen. Geprägt werden beide Shows von kollegialem Miteinander , konstruktiver Kritik und der Freude am Musizieren. Höhepunkt des Finales waren übrigens nicht die Leistungen der Kandidaten, sondern der erste gemeinsame Auftritt von Xavier Naidoo (Juror bei „The Voice) und seinem Entdecker Moses Pelham (Juror bei „X-Factor“) nach 13 Jahren. Das gemeinsame Lied heisst „Halt aus“ und will
ermutigen , auch für den Fall, dass es mit der Karriere nicht klappt.

Werbeanzeigen

#THE_VOICE hat #DAS_SUPERTALENT mit #X_FACTOR

Von Günter Verdin

Müssen wir alle uns nicht ein Leben lang irgendwo vorstellen, bewerben, irgendwen von unserer speziellen Begabung und unseren Fähigkeiten überzeugen? Ist das Leben an sich also nicht eine einzige Casting-Show? Unter diesem Aspekt spiegelt das Wochenend-Programm im österreichischen und im deutschen Fernsehen durchaus das Leben wieder. In der irgendwie putzigen „Großen Chance“ des ORF boxt man sich neuerdings durch und raus (Sido vs. Heinzl), gegen die große Zirkus-Show „Das Supertalent“ (RTL) wirkt das österreichische Angebot allerdings wie Ringelpiez mit Anfassen.

Zwei Formate stechen in ihrem Anspruch auf Ernsthaftigkeit und Respekt im menschlichen Miteinander aus dem Angebot im öffentlichen Show-Casting heraus: „X-Factor“ (VOX) und „The Voice of Germany“ (Donnerstag: Pro7; Freitag:SAT1).

Bei „X-Factor“ sind die Spielregeln kompliziert: es gibt vier Phasen vom Casting über das „Juryhaus“ bis zu den Live-Shows , ausserdem werden die Kandidaten in vier Alters-Gruppen unterteilt. Die vier Jury-Mitglieder, darunter die nun haarmäßig erdunkelte Sarah Connor und der Xavier Naidoo-Entdecker Moses Pelham, betreuen ihre Schützlinge mit fachmenschlichem Know-How und viel Ermutigung. Der Blick hinter die Kulissen, also in die Workshops, ist interessant und zäh in einem.

Stringenter geht es bei der zur Zeit im deutschsprachigen Raum besten Casting-Show „The Voice of Germany“ zu: die Kandidaten, darunter auch viele Profi-Künstler, die das Background-Singen satt haben, müssen die Juroren , die von der Bühne abgewandt sitzen, allein durch ihre Stimme überzeugen. Das gelang zum Beispiel der an Epilepsie leidenden Freaky T Tanja (35) mit dem Song “Ordinary People” von John Legend. Dass in den Casting-Shows auch Menschen mit Behinderung eine reelle Chance bekommen, ist ein weiterer Beweis, dass sie sich nicht der Realität verschließen.

Selbst der schnoddrige, ziemlich abgebrühte Dieter Bohlen ließ sich am Samstag im „Supertalent“ von einem Pas de Deux eines jungen Rollstuhlfahrers mit seiner nichtbehinderten Freundin beeindrucken.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.