#Günter_Verdin: „Historische“ Gedichte

IMG_0762.JPG

SEPTEMBER 1989

BOTANIK

Die Hoffnung grünt,

Und Perestroika blüht,

(Wer selbst im Glasnost sitzt,

Wirft nicht den ersten Stein)

Und Solidarnosc pflanzt sich fort.

Nur die DDR

Will Mauer-Blümchen bleiben.

TEILWEISE

Wir teilen die Meinung,

Bis jeder eine hat,

Eine, wohlverstanden,

Denn Meinungsvielfalt bringt nur Streit.

Wir teilen den Mangel,

Bis ihn alle leiden.

Wer keinen Neid kennt,

Kennt auch keinen Mangel.

Wir teilen die Freiheit,

Und weil wir so viele sind,

Bleibt von der Freiheit

Nicht viel übrig.

ANMERKUNG: AM 9.NOVEMBER 1989 FIEL DIE MAUER.

Werbeanzeigen

#3Sat: Wie #Menschen den #II_Weltkrieg durchlitten.#TV

20130121-115821.jpg

(Zwangsarbeiter im KZ Dachau)

VON GÜNTER VERDIN http://www.verdinguenter.blogspot.com

Das Thema Zwangsarbeit während der Nazi-Diktatur ist lange Zeit auch in Österreich totgeschwiegen worden. Im Herbst 1944 gab es in der „Ostmark“ fast eine Million Zwangsarbeiter. Im gesamten Dritten Reich wurden bis 1941 unter anderen über zwei Millionen russische Gefangene zu Sklaven der deutschen Kriegsmaschinerie.

Und obwohl diese Problematik nur ein Teilaspekt des übergeordneten Themas „Kriegsgefangenschaft in und nach dem II. Weltkrieg“ in der vierteiligen ORF-Dokumentation (3SAT, Sonntag und Montag) ist, treffen den Zuseher die Archivbilder und die Aussagen von Überlebenden der ersten Folge „Verschleppt und ausgebeutet“ mit besonderer Wucht. Zwangsarbeiter wurden zu Tode geschunden,oder bei Luftangriffen getötet, weil es ihnen untersagt war, Luftschutzkeller aufzusuchen. Originalton Heinrich Himmler :“Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10.000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur so weit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird.“

Auch In der zweiten Folge der hervorragenden historischen Aufarbeitung des Themas Kriegsgefangenschaft mit dem Titel „Der goldene Westen?“ werden bisher wenig bekannte Details präsentiert. Während die Gefangenschaft in US-Lagern einem Urlaubsaufenthalt glich ( wie Betroffene mehrfach bezeugen), verstießen Frankreich und Großbritannien noch nach dem Krieg skrupellos gegen die Genfer Konvention, indem sie ihre Gefangenen in Minenfeldern einsetzten.

Das Ende der Gefangenenschaft bedeutete nicht für alle Heimkehrer eine Schicksalswende. Stalin ,zum Beispiel, ächtete die ehemaligen Zwangsarbeiter als Kollaborateure, die dem Feind gedient hätten. Und vor seiner Freilassung aus einem Lager in Kansas nahm sich ein deutscher Soldat, der sich auf das Wiedersehen mit seiner Familie gefreut hatte, das Leben. Seine Frau hatte ihm brieflich mitgeteilt, dass sie sich wegen eines anderen scheiden lassen wolle.

#MALALA ist das #MÄDCHEN_DES_JAHRES_2012.#Pakistan

20121229-141644.jpg

TIME hat Malala zum Mädchen des Jahres 2012 gewählt. Malala, eine Schülerin aus dem pakistanischen Swat-Tal, hat Beiträge für ein Blog über den Alltag unter Taliban geschrieben und sich für die Bildung von Frauen engagiert. Am 9. Oktober schoss ihr ein Talib in den Kopf. In einer Spezialklinik in England bemühen sich Ärzte um ihre Genesung.

Zum Mann des Jahres 2012 hat das TIME Magazin BARACK OBAMA gewählt.
20121229-141404.jpg

Mineralölfreier #ADVENTKALENDER .20. Dezember

20121212-100004.jpg

Die „Madonna“ von Stalingrad“

„Licht, Leben, Liebe“ . Mit diesem Motto hat der Pastor und Oberarzt Kurt Reuber seine im Kessel von Stalingrad zu Weinachten 1942 entstandene Zeichnung einer Schutzmantelmadonna umrandet.

Licht, Leben, Liebe: #Weihnacht 1942

20121211-161138.jpg

(Foto:ZDF)

Von Günter Verdin

http://www.verdinguenter.blogspot.com

24.Dezember 1942: die Deutschen sitzen vor ihren Volksempfängern und hören in einer NS- Propaganda- Ringsendung die zuversichtlichen Botschaften von Frontsoldaten aus aller Welt, unter anderem auch aus Stalingrad. Auch die Soldaten selbst empfangen das Programm , das nicht nur Weihnachtsstimmung, sondern auch Durchhalteparolen vermitteln soll. Der Führer hat auffaltbare Papier-Weihnachtsbäume und Päckchen mit Zigaretten und Lebkuchen geschickt, deren Inhalt auf dem langen Postweg meist geplündert wurde. Was die Daheimgebliebenen nicht ahnen: zu diesem Zeitpunkt befindet sich die 6. Armee bereits in aussichtsloser Lage. Bereits beim Wintereinbruch im November waren die Deutschen von der Roten Armee eingekesselt worden. Im Februar 1943 kapituliert die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulus gegen den ausdrücklichen Befehl Hitlers: von den 90.000 deutschen Soldaten, die in russische Gefangenschaft kamen, sahen nur 6.000 die Heimat wieder.

Die ZDF-Doku „Stille Nacht in Stalingrad“ betrauert in einer Mischung aus Wochenschaumaterial , Interviews mit Überlebenden und etwas seltsam anmutender „szenischer Rekonstruktion“ den sinnlosen Tod der deutschen Soldaten , verschweigt aber nicht die von der 6.Armee begangenen Gräueltaten am bewaffneten Feind und an der Zivilbevölkerung. Drei Millionen Rotarmisten kamen in deutscher Gefangenschaft um.

Für die 90minütige ARTE-Reportage „Winter 42/43“, die zur selben Zeit ausgestrahlt wurde, ist Stalingrad nur ein Teilaspekt. Hier dominieren historische Amateur-und Wochenschau-Aufnahmen von der russischen Front , aber auch aus dem von den Deutschen besetzten Frankreich und aus Großbritannien. Das weitet den Blick des Zuschauers für weltgeschichtliche Zusammenhänge, ohne dass die menschlichen Schicksale in allen in den II.Weltkrieg involvierten Länder unberücksichtigt bleiben. Die Tagebuch-Einträge
des 14-jährigen Holocaust-Opfers Rutka Laskier aus dem Ghetto in Polen berühren ebenso zutiefst wie auch der Liebes-Briefwechsel zwischen der jungen Widerstandskämpferin Sophie Scholl und ihrem Freund Fritz Hartnagel, der Stalingrad überlebte. Sie alle träumten von „Licht, Leben, Liebe“ . Mit diesem Motto hat der Pastor und Oberarzt Kurt Reuber seine im Kessel von Stalingrad entstandene Zeichnung einer Schutzmantelmadonna umrandet.

#WELTUNTERGANG.Die #Zeit geht weiter,auch wenn ein #Kalender aufhört.#Maya

20121204-122628.jpg

Im Dezember beginnt ein neuer Abschnitt im alten Maya-Kalender. Aus dieser Zeitwende machten einige Verschwörungstheoretiker ein Ende der Welt. So wie wir sie kennen, soll sie am 21. Dezember untergehen.
Dazu der Zukunftsforscher Matthias Horx : „Apokalypsefantasien sind zu allen Zeiten ein wichtiger Teil menschlicher Kultur. Im Mittelalter war das Weltende – und das damit beginnende Reich Gottes – Teil des Alltagsverständnisses. Die meisten Religionen kommen kaum ohne eine Vorstellung des Weltendes aus.“
Untergangsprophezeiungen sollen die Gläubigen disziplinieren : sie begeben sich zur Bewältigung ihrer Ängste in die „Obhut“ von Autoritäten, die davon profitieren.

Horx: „Wir fürchten uns vor den falschen Gefahren. Zum Beispiel: Die Chance, einem terroristischen Attentat zum Opfer zu fallen, ist winzig. Die Chance, durch Rauchen an Krebs zu sterben, aber sehr hoch.“

Am 21. Dezember 2012 endet die 13. Periode des Maya-Kalenders. Von Weltuntergang ist bei den Mayas aber nicht die Rede: Die Zeit geht weiter, auch wenn ein Kalender aufhört. Die Maya hatten eine zyklische Vorstellung von Zeit.

#CHE!#Salzburger_Rupertinum.#Christian_Skrein

20121124-122814.jpg

Er ist der am meisten abgebildete Mensch der Welt: Ernesto „Che“ Guevara. Ihm und den Bildern der Revolution in Kuba ist im Salzburger Rupertinum eine Fotoausstellung gewidmet.

Die Bilder stammen wie alle anderen der Ausstellung aus der Sammlung Christian Skrein. Der in St. Gilgen lebende Fotograf und manische Bildersammler trug 4500 Fotografien der kubanischen Revolution zusammen.

20121124-122711.jpg

Darunter auch einen von Alberto Korda beschnittenen Originalabzug des legendären Che-Porträts, das als Poster millionenfach in Studenten-WGs hing. Es entstand am 5. März 1960 bei der Trauerfeier für die Opfer einer Explosion auf dem Frachter „La Coubre“ im Hafen von Havanna. Das Schiff brachte Waffen für die Revolutionäre. Die CIA jagte es in die Luft.

Che Guevara. Bilder einer Revolution. Fotografien der Skrein Photo Collection, Museum der Moderne, Rupertinum Salzburg, bis 3. Februar 2013.

Von GÜNTER VERDIN

Hat der Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der legendäre „Wüstenfuchs“, von den Attentatsplänen gegen Adolf Hitler gewusst oder war er sogar in die Verschwörung involviert? Die Aussagen von Zeitzeugen widersprechen einander. Ihn nachträglich zum Widerstandskämpfer hoch zu stilisieren, vermeidet der von Niki Stein aufwändig an vielen Schauplätzen inszenierte dokumentarische Spielfilm „Rommel“ (ARD) ebenso wie die beim Thema Nationalsozialismus sonst übliche Dämonisierung.

„Rommel“ ist ein nüchterner, unaufgeregter Film, in dem die Drahtzieher für Hitlers Angriffskriege ein menschliches Gesicht bekommen, ohne dass die Kriegsgreuel verharmlost würden.
Erwin Rommel selbst wird als dem Führer blind ergebener Gefolgsmann und Karrierist gezeigt, dessen anfängliche Erfolge gegen die Engländer im „Afrikafeldzug“ ihn zum Volkshelden und zum Vorzeigesoldaten der Nazi-Propaganda erhoben.

Umso tiefer war der Fall nach der späten Einsicht, dass die Schlacht am Atlantikwall durch die Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944, dem D-Day, verloren sei. Da er von Hitler als Konsequenz den Abzug der deutschen Truppen forderte, entzog ihm der misstrauisch gewordene Führer das Vertrauen. Am 14. Oktober 1944 wurde Rommel wegen des Verdachts der Mitwisserschaft bezüglich des Attentats auf Hitler zum Selbstmord gezwungen. Offiziell starb der Volksheld an seinen Kriegsverwundungen, am 18. Oktober wurde ihm im Ulmer Rathaus ein opulentes Staatsbegräbnis ausgerichtet.

Zwei Schauspieler ragen aus dem hochkarätig und auffallend typgerecht besetzten Ensemble hervor. Johannes Silberschneider trifft Tonfall und autistischen Chrakter Hitlers frappierend, ohne in Parodie zu verfallen.

Und Ulrich Tukur charakterisiert Erwin Rommel in faszinierender analytischer Genauigkeit als Streber, auch als aufrechten Soldaten im falschen politischen System. Niki Stein hat seinem Film einen Satz von Hannah Arendt als Motto vorangestellt: „Wir sind auch für unseren Gehorsam verantwortlich.“

STUTTGART MON AMOUR: Wenn ein Kaffeehaus stirbt

Es war schon ein wenig renovierungsbedürftig, und mittags roch es immer nach dem jeweiligen Tagesgericht, weil die Lüftung nicht funktionierte. (Das Mittagsangebot war seit 35 Jahren bei den Stammgästen sehr beliebt). Es gab die FAZ und die beiden Stuttgarter Zeitungen, aber keine Ruhe für die Lektüre, denn der harte Kern der Stammgäste unterhielt sich über Tische hinweg, und ein Hündchen bellte tagein, tagaus , nur sein Herrchen hatte nichts dagegen. Die Kultur des klassischen Wiener Kaffeehauses mit den flinken, und doch auf leisen Sohlen herbeieilenden Kellnern kennt man in Stuttgart nicht. Am ehesten entsprach einst noch das Café Schapmann auf der Königstraße in all seiner üpberladenen barock-schnörkeligen Pracht dem Ideal. Nachdem es indie Schloßstraße umgezogen war, verblasste der gute Ruf jäh.
HEUTE: Im Café Schlossgarten sorgen weithergereiste Damenkränzchen für überbordende Stimmung (hier ist wenigstens das Personal dezent und gut geschult). Im Königsbau ist der Lärm aus der Küche dominierend, das Personal pflegt sich ungeniert laut zu unterhalten. Das Planie gibt sich französisch locker ohne einen Hauch von Heimeligkeit. Und im Café Schupp in Heslach, einem echten soliden Familienbetrieb mit bester Konditorware , hat die Mitteilungsfreude des Personals weite Übertragungswege von der Küche über das eigentliche Café bis in den Verkaufsraum zu überwinden.
Im Kipp in der Schwabstraße standen die Menschen an Sonn-und Feiertagen Schlange: das Kuchenangebot jedenfalls hatte Format. Jetzt hat die Rentenversicherung den Gebäudekomplex an einen Investor verkauft. Wegen der Generalsanierung musste das Café mit dem spröden 50er Jahre-Charme weichen.

Begonnen hat die Geschichte des Familienbetriebs, der über drei Generationen geführt wurde, bereits 1934, damals noch in der Büchsenstraße in Stuttgart-Mitte. Dort führte der Bäckermeister Friedrich Kipp das Café Colmar. Als der Krieg kam, wurde der Mann aus Vöhringen eingezogen und geriet in Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung übernahm die Familie das Café Kübler an der Elisabethenstraße 28 direkt am Bismarckplatz. Von 1947 an führte Friedrich Kipp das Café und benannte es nach seinem Namen um. Als die Landesversicherungsanstalt 1954 an der Rotebühlstraße ihren Neubau fertigstellte , zog das Café an den Standort um, an dem es die letzten 58 Jahre seine Gäste bewirtet hat. In dieser Zeit holte Friedrich Kipp auch seinen Sohn Manfred zurück, der seine Wanderjahre in der Schweiz und in England zugebracht hatte. 1963 wurde der Konditormeister Teilhaber des Cafés und führte es bis vor sechs Jahren.
Mit Manfred Kipp und in den letzten sechs Jahren dessen Sohn Thomas und seiner Frau standen gelernte Konditormeister in der Backstube und hinter der Theke, die ihr Handwerk verstanden.
Wenn ein Kaffeehaus stirbt, dann verblassen auch alle Geschichten zu Erinnerungen.
Ein paar Bilder bleiben…

Weiter unter http://www.verdinguenter.blogspot.com
DER BLOG
DER unterHÄLT
WAS ER VERSPRICHT

Die Suche nach der “ wahren“ #Rosa_Luxemburg

Anarchistin, Kommunistin, Pazifistin: die 1871 im damals noch russischen Polen geborene Rosa Luxemburg, welche 1898 durch Heirat deutsche Staatsbürgerin wurde, kämpfte zeitlebens gegen den internationalen Kapitalismus und für die Rechte der Arbeiterschaft. Als „Staatsfeindin“ wurde sie , nach Niederschlagung des Spartakus-Aufstandes, am 15. Jänner 1919 in Berlin von rechtesradikalen Freikorps-Soldaten ermordet. Ihre toter Körper wurde in den Landwehrkanal geworfen. Eine erst viereinhalb Monte später an einer Schleuse im Landwehrkanal geborene Frauenleiche wurde obduziert und als Rosa Luxemburg identifiziert, unter anderem auch durch ihre Sekretärin und Freundin Mathilde Jacob anhand einer Goldkette. 90 Jahre später entdeckte der Direktor des Rechtsmedizinischen
Instituts der Berliner Charité , Michael Tsokos, einen weiblichen Körpertorso und versuchte den Nachweis, dass am 13. Juni 1919 die falsche Leiche beerdigt wurde. Hier setzt der Wissenschafts-Thriller
von Gabriele Denecke mit dem reisserischen Titel „Leichensache Luxemburg“ im öffentlich-rechtlichen Dokumentationskanal Phoenix ein.
Leider zu vordergründig mit spannungssteigernder Musik unterlegt, begibt sich der Film an den Tatort Charité und erteilt vor allem Auskunft über die präzise Arbeit der Forensiker. Viele Wissenschafter widersprechen Tsokos. Da der Rechtsmediziner keinen Beweis hat, versucht er mit einer DNA-Analyse den Gegenbeweis anzutreten. Doch bislang finden sich weder auf den Umschlägen der zahlreichen erhaltenen Briefe der Revolutionärin , noch etwa auf den Löschblättern, mit denen sie Pflanzen in ihr Album presste, verwertbare Spuren. Inzwischen wurde der Torso anonym bestattet. An nur den Wissenschaftern bekannter Stelle ruhe er sanft – bis zur nächsten Verschwörungstheorie!

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.